15. Februar 2011

Apropos....."Hausfrau"

In den westeuropäischen Ländern ein oftmals verwendeter Begriff, um eine (Minder-) Wertigkeit von Frauen auszudrücken, die keiner offiziellen Tätigkeit nachgingen, sondern „nur“ die Aufgaben im Haushalt nebst Kindererziehung erledigen.

Der „Mann“ als Ernährer der Familie, und da schickte es sich nicht als Frau arbeiten zu gehen.

Im Osten, sah das ganz anders aus.

Wir mussten lernen, arbeiten für den Sozialismus, und uns um Kinder und Haushalt kümmern, wurden aber dadurch selbstständig, und wer die richtige Gesinnung hatte, durfte auch kostenlos studieren.

Doch hatten wir damals schon die selbe Misere wie heute und hier, Frauen, die alles gleichzeitig sein mussten, und eine zwei-dreifach Belastung hatten

Der einzige Vorteil, schon damals für uns, wir waren nie von einem Mann materiell abhängig.

„Hausfrauen“…in diesem Sinne, gab es nicht.

Und ich muss keine Quellen zitieren, weil ich darin gelebt habe.

Kommentare:

Irmi hat gesagt…

Liebe Rosi,
ich glaube, das durfte nun nicht kommen. Was glaubst du denn, was wir hier gemacht haben?
Unsere Mütter haben auch gearbeitet. Konnten ihre Kinder nicht in Tageskrippen geben. Viele waren Schlüsselkinder. Und dann ging es so weiter. Wir haben nicht vom Geld unserer Ehemänner gelebt. Die meisten zumindest nicht.
Wir haben Kinder aufgezogen, waren Hausfrau und hatten einen Job, der uns voll und ganz gefordert hat.
LG Irmi

Ray Gratzner hat gesagt…

Liebe Grey Owl,

ja die Frauen im Osten waren sehr erfolgreich. Gratuliere.
Zur Doppelbelastung ist von meiner Seite zu sagen, in einer Beziehung sollte die Freizeit gleich verteilt sein, egal was jeder macht. Das sollte vielleicht nicht verhandelbar gemacht werden.

Dreifachbelastung? Gab es auch Frauen mit zwei Männern? ;-)

Liebe Grüße Rainer

Ursula hat gesagt…

Immer noch ist es in erschreckend vielen Ehen so: Die Frau "darf" ganztägig arbeiten gehen, wenn der Haushalt darunter nicht leidet. Der Mann "muss" ganztägig arbeiten gehen und hat deshalb ein Anrecht darauf, dass die Frau ihm den Haushalt vom Hals hält.

Diandra hat gesagt…

Also, ich bin selber ja ein wenig jung, um es am eigenen Leib miterlebt zu haben, aber meine Mutter hat fast während meiner ganzen Kindheit gearbeitet (und nur aus gesundheitlichen Gründen zeitweise ausgesetzt), und mein Vater war eine große Hilfe im Haushalt - während meine Mutter den Haushalt unter der Woche am Laufen hielt, hat er am Wochenende (nach 60 Stunden in einer schlecht bezahlten Vollzeitstelle) Staub gesaugt, gewischt, den Großeinkauf erledigt und im Garten gearbeitet. Und so (oder so ähnlich) kenne ich es aus vielen Familien nicht nur meiner Generation.

Das Märchen von der "Hausfrau im Westen" ist erstens nicht wahr und zweitens überholt.

Außerdem - in den letzten Jahren waren es meistens Frauen, die dem Dasein der "Nur-Hausfrau" den Wert abgesprochen haben. Frauen, die keiner bezahlten Arbeit nachgehen, sondern sich um Haushalt und Kinder kümmern, wird unterstellt, dass sie unterdrückt seien und sich dem "patriarchalischen System" unterordnen. Und das, finde ich, ist eine schlimme Art der Diskriminierung, weil sie genau von denjenigen kommt, die behaupten, dass sie für die "Befreiung" kämpfen.

Heutzutage stehen Frauen unter der Erwartung, dass sie eine bezahlte Stelle annehmen müssen. Und diese Erwartung wird von Frauen am Leben gehalten.

(Ehe jemand fragt - ich bin unverheiratet, kinderlos, lebe in einer Beziehung und arbeite. Dafür kann ich am Beispiel meiner Schwestern hautnah erleben, welche Vorurteile besonders von anderen Frauen an sie herangetragen werden, wenn sie sich dafür entscheiden, zeitweise oder dauerhaft zuhause zu bleiben, um sich um ihre Kinder zu kümmern.)

Meiner Meinung nach ist beides gleich "wertvoll" für die Gesellschaft, Haushaltsführung und Arbeit außer Haus. Und jeder Weg - ob eines der Extreme oder einer von vielen Kompromissen - ist gut, solange die Frau sich aus freien Stücken dafür entscheidet. Und es steht weder Männern noch Frauen zu, über die Entscheidungen einzelner Frauen (oder Männer) zu richten.

Siggi hat gesagt…

Hallo Rosi,
da muß ich dir auch wiedersprechen...
habe 2 Kinder (inzwischen 34 und 38 Jahre) im Haushalt gehabt und habe 8 Std. gearbeitet bis wir nach Ungarn gegangen sind. Meine Kinder machen mir heute Vorwürfe, daß ich so wenig Zeit hatte...und manchmal bin ich fast umgefallen von der Belastung.
Meine Schwiegertochter allerdings will nichts anderes sein als Hausfrau und Mutter und für meine Tochter war ich anscheinend so ein abschreckendes Beispiel, daß sie noch nie eine ersnthafte Arbeit angenommen hat. Also wie man es macht, ist es irgendwie falsch...
Sei herzlich gegrüßt, Siggi

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Irmi!
....ich glaube, ich kann mich erinnern,...dass da keine Kinder waren.....und wären da welche gewesen.....
Liebe Grüße
Rosi






Lieber Ray!
....das sind sie immer noch, obwohl "das" ja nicht immer das Wichtigste ist.
Dreifach: Arbeit, Haushalt und Kinder/ Studium
Die Frauen sind oft abends nach Arbeit und Haushalt vor ihren Büchern eingeschlafen.....denn studiert wurde zu Hause.

Sei lieb gegrüßt
Grey Owl






Hallo Ursula!
Ja, genau das sehe ich auch bei jüngeren Familien immer noch.
Der Mann kommt von der Arbeit nach Hause und fragt die Frau:"Schatz,...was hast Du denn den ganzen Tag nur gemacht?"
....und dann müssen sie ja noch froh sein, wenn sie noch einen Mann "abbekommen", wenn sie ggf. noch ein, zwei Kinder mitbringen.
Liebe Grüße
Grey Owl

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Hallo Diandra!
Sei froh, dass Du so eine gute Familie hattest, wo auch der Mann auch noch nach seiner Arbeit die Hausarbeit mit durchgezogen hat.
Das war und ist keineswwegs selbstverständlich.
Die Frauen sind ja eigentlich so konditioniert, dass sie schon von sich aus dem Mann so viel wie möglich abnehmen, was unteerschiedliche Gründe haben kann.DAS habe ich an mir selbst noch erfahren ...untdeckt....

Ja,....die neue Hausfrau,...ich weiß. Entweder Kinder oder Beruf. Das patriarchale System läßt sie frei entscheiden.
...und was hat das zur Folge?
Sicher, die Kinder haben allumfassende Betreuung, müssen später ihrer Mutter zumindest nicht diesen Vorwurf machen.

Stellen annehmen "zu müssen" ist in der Gesamtheit sicher nicht immer das Beste. Das System zwingt....gegen menschliche Natur.

Vorurteile,....habe ich mein Leben lang zu spühren bekommen....egal, was es auch betraf.
Es gibt leider immer noch zu viele davon.

Also, dann würde ich mal sagen, dass die "Hausfrau" endlich mal ordentlich entohlt werden sollte!
LG
Grey Owl






Hallo Siggi!
Das ist genau das, was ich mit zwei-, dreifach Belastung meine.
Entweder ...oder.
In einem anderen System hätte das nicht so sein müssen....und es wären später auch keine Klagen gekommen.
Aber es ist passiert....und passiert halt immer noch,...egal, welcher Version Frau nun den Vorzug gibt.
Sei lieb gegrüßt
Grey Owl

Ferun Namid hat gesagt…

Ich bin nun auch etwas jünger (gehe auf die 30 zu) und unverheiratet und noch kinderlos.

Aber ich habe trotzdem eine Meinung. Warum stürzen sich alle immer auf die Vergangenheit. Wir leben im hier und jetzt und Frau wie auch Mann hat alle Möglichkeiten.
In meiner Ausbildung hat ein Ingenieur sich mit seiner Frau den "Mutterschutz" geteilt. Bei meinen Geschwistern ist klar, wer weniger verdient, der bleibt die erste Zeit zu Hause........
Man kann eh nicht ändern was Mama, Oma, Tante getan haben und vieles war auch deren Entscheidung. Es liegt nicht an uns ihren Kampf auszufechten, sondern unser eigenes Leben zu leben und ich bin so dreist zu sagen das ist von Feministen hausgemachter Stress.

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Hallo!
Leugnest Du Deine Ahninnen?
Alles ist vernetz....und das Erbe unserer Ahnen ist auch in uns allen, im Hier und Jetzt.


Ich bin "Die", die auf den Schultern meiner Ahninnen sitze.
Yoruba

LG
Grey Owl

Ferun Namid hat gesagt…

*Seufz* Genau das meine ich mit hausgemachtem Stress.
Klar habe ich Ahninen, aber ich lebe nicht ihr Leben.
Ich habe mein guten und schlechten Andenken an sie, aber ich bin von zwischen der Erziehung im Sinne von Rollenklischee von ihnen auch ermutigt worden eigene Weg zu beschreiten.
Und ihr Leben lastet bestimmt nicht auf meinem.

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Nein. "Ihr" Wissen hebt mich hoch, und "ich" sitze auf ihren Schultern.....sie trragen mich...unterstützen mich...mit ihrer Weisheit, zu der wir normalerweise Zugang haben....und das ist keine Last, sondern etwas, was ich auch im Heute und Jetzt brauchen kann.
LG
Grey Owl

Ferun Namid hat gesagt…

Was hat das mit kämpfen gegen patriachale Strukturen zu tuen.
OK das kann an meiner einzigen verstorben Ahnin liegen, die ich kenne. Meine Großeltern mütterlicherseits hab ich nie kennengelernt nur einmal als kleines Kind gesehen. Also nehm ich die nicht dazu.
Meine Omi ist die eigentliche Mutter meiner Ma, wenn auch nicht im biologischen Sinn.
Sie hatte nie Kinder und ihr Verlobter starb im WW2. Danach hat sie nie geheiratet. Sie hat also ihr Leben ohne Mann verbracht und war "frei"

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Zum einen scheint Deine Deffinition von Ahninnen eine andere zu sein als meine.

Zum anderen waren die mir noch bekannten Ahnen im Leben auch nicht besonders schlau. Aber....legen wir unseren Körper, unsere Hülle ab, sterben, und zählen dann zu den Ahnen, wissen wir um viele Dinge mehr als durch die dichte Hülle des Köpers geht. Der Zugang zu all dem alten Wissen ist viel größer, breiter als jetzt, wo wir einen Körper haben.
Die Ahnen haben die ganze Bandbreite des Wissens vieler Jahrtausende und mehr zur Verfügung, mit deer sie uns unterstützen können, uns helfen und tragen können.
So sind asuch die sogenannten Göttinnen unsere Ahninnen, die wir zuweilen anrufen, um Hilfe bitten.

Vor vielen Jahren dachte ich auch immer erst noch,....der blöde Kerl, der immer so saudumme Witze riß,.... die dumme Frau, die aus Scham nicht zum Frauenarzt ging und dann an Unterleibskrebs starb.
Aber jetzt, weiß ich es besser.


Selbst heute gehört noch ein gewisser Mut dazu sich als Frau gegen ein Leben mit einem (Ehe)Mann zu entscheiden.
Vor solchen Frauen ziehe ich den Hut.
Wäre Jörg nicht da, würde auch ich es vorziehen allein zu leben. Einen nächsten wird es nicht geben.
LG
Grey Owl

Ferun Namid hat gesagt…

Naja! Ich nenne das nicht mutig. Ich nenne das einfach selbstbestimmt.