16. Februar 2011

Der "Rote Faden"


Aus Euren Antworten lese ich, es gibt immer nur….entweder (Belastung) …oder (sich um die Kinder kümmern)…..

Kann sich denn wirklich niemand vorstellen, dass das auch ganz anders laufen könnte?

Leichter für alle?!


So, und jetzt mal aus meinem ganz privaten Umfeld geplaudert……

Meine Cousine, die schon immer in Mannheim lebte, hatte in erster Linie „Hausfrau“ zu sein und sich um die Kinder zu kümmern. Der Mann, ging arbeiten….schwer arbeiten als Straßenbauarbeiter, was ihn aber nicht davon abhielt zu trinken und andere Frauen zu haben.

(Sie bezeichnete es als "Goldenen Käfig).


Meine andere Cousine (das "Oder"-Beispiel aus Stuttgart) hat sich gegen Mann und Kinder entschieden. Trotzdem ging ihre Karriere über die einer besseren Sekretärin nicht hinaus, und...ihre Gesundheit hat gewaltig darunter gelitten.....weil sie sich immer so viel mehr Mühe geben mußte,...in der Hoffnun..... Wenigstens war sie nie auf einen Mann angewiesen.


Meine Patentante hatte einen Bruder. „Sie“ durfte nur Sekretärin lernen, ansonsten Hausfrau und Mutter sein, für einen saufenden Ehemann. Leitende Positionen in Betrieben waren nur für Männer vorgesehen. Deshalb sollte der Betrieb des Vaters von einem Mann geführt werden, ihren Bruder, der bis zu seinem Lebensende nichts weiter zu Stande brachte als Lebemann das Geld durchzubringen und keinen Handschlag zu arbeiten. Am Schluss hat sie ihn sogar noch gepflegt, ….und ist vor ihm gestorben…..

Meine Mutter, lebte schon immer im Osten, auch bevor es die DDR gab, Baujahr 1935, hat nie einen Beruf erlernen dürfen, weil sie als Mädchen in erster Linie zu Hause in der Bäckerei, dem Geschäft und der Landwirtschaft arbeiten musste. Sie ist bis zum heutigen Tage eine Ungelernte.

Meine Oma Caroline aus gutem Hause, aristokratischer Hintergrund, hat Anfang dieses Jahrhunderts zwar auf Grund ihres begüterten Haushalts studiert, war Oberingeneurin, aber,….als sie dann einen normalen Arbeiter heiratete, was sie eigentlich nicht sollte, musste sie auch nur noch Hausfrau und Mutter sein, obwohl am Anfang sogar noch Dienstboten vorhanden waren. Ein Mann konnte nicht dulden, dass seine Frau mehr war als er.

Was sagen denn da die Leute?

Meine andere Oma, Hilde hatte auch nix gelernt. Sie konnte gut nähen ja,….aber arbeitete dann nur noch in der Bäckerei ihres Mannes, meinen Opa also, den sie bis zu seinem Lebensende gepflegt hat. Und es war ein schieres Wunder, dass er damals überhaupt aus dem Krieg, nein, der Kriegsgefangenschaft zurückgekommen war. Er kämpfte in Stalingrad für Hitler einen sinnlosen Krieg.

…und um ganz ehrlich zu sein, bin ich froh nie Krieg erlebt zu haben, und ich wünsche es auch den kommenden Generationen nicht. Aber unsere Kinder werden ja schon wieder in Kriegsgebieten verheizt.

Und Frauen, die sich entschlossen ohne Mann zu leben, hatten natürlich die Doppelbelastung, zumal ihre Arbeit geringer bezahlt wurde.

Es war kein Märchen…..von der Hausfrau im Westen, und auch nicht davor…..und die einzelnen Schicksale sind sicher sehr unterschiedlich. Aber einen „roten Faden“ gibt es dennoch,….wenn er denn wahrgenommen wurde.

Kriegs-, und Nachkriegszeit hatte auch noch mal eine ganz andere Dimension. Da hatten Frauen gar keine andere Wahl, sie mussten anpacken, da waren sie gut genug für alles, weil die Männer rar waren. Und wo der Krieg seine Ursachen hat……wissen wir ja nun alle.

Aber dann,….wieder ganz schnell….“Husch, husch,….in´s Körbchen…..“


Kommentare:

Irmi hat gesagt…

Rosi, eigentlich wollte ich mich an dieser abstrusen Diskussion nicht weiter beteiligen.
Du schilderst Dein Umfeld. Ich muß sagen, in meinem Umfeld gab es keine Säufer und Unterdrücker. Auch wenn ich keine eigenen Kinder hatte, so war mein Tag mit Mann, Haus, Beruf und zusätzlichem Studium mehr als ausgefüllt. Ich wollte es gar nicht leichter haben.
Und ich kenne in meinem Umfeld auch niemanden. dem es verboten wurde sich im Beruf zu entfalten.
Ob man es "nur" bis zur Sekretärin brachte oder weiter, was soll es denn. Hauptsache man hatte sein Auskommen oder konnte zum besseren Leben der Familie beitragen. Als Drohne hätte ich nie leben wollen oder können.
LG Irmi

Diandra hat gesagt…

Wie sähe denn, deiner Meinung nach, eine "neue" Lösung aus? Ganz konkret, ohne irgendwelche theoretischen Einwürfe. Wenn weder Karriere noch Haushalt noch eine Mischung aus beiden akzeptabel sind... wie leben? Wovon leben? Was erreichen?

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Liebe Irmi!
Da hattest Du ja Glück, in einem so gutem Umfeld erzogen worden zu sein und gelebt zu haben.
LG Rosi






Hallo Dianda!
Ich hätte schon eine Lösung parat.....die natürlich eh keiner/keine hören möchte.
Hast Du schon Eine?
LG
Grey Owl

Treibgut hat gesagt…

Aber irgendwie hat sich das in den letzten 30, 40 Jahren doch wohl grundlegend geändert, oder meinst du nicht?

Als meine Mutter ihr 1. Kind bekam (mich), musste sie in der Firma aufhören und wurde "Hausfrau", während der Mann weiter arbeitete. Aber das war in den 50er-Jahren. Heute macht das längst fast keine Frau mehr so, den weder die Frau noch die Familie als Ganzes will von dem wenigen Geld leben, das der Mann alleine herbei schaffen kann.

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Hallo Treibgut!
Weder das Eine noch das andere ist gut,....für alle nicht.
Die Gesellschaft bietet einfach nicht die richtigen Möglichkeiten.
Wie Du schon richtig bemerkst, ist oft das Finanzielle der Enscheidungsfaktor.
Natürlich hat sich schon viel geändert, aber irgendwie habe ich den Eindruck,...wir sind wie gefangene Tiere in einem Käfig, die wenig Möglichkeiten haben.
Liebe Grüße
Grey Owl