29. Dezember 2015

Eine Frage pro Tag – No 21



Eine Frage pro Tag – No 21 – Welchen Beruf kann ich mir noch vorstellen, außer meinem aktuellen Beruf?

Tja nun, da fängt frau mal am Besten damit an, was sie gelernt hat....einst, vor....zig Jahren.
Aufgrund unserer erschaffenen Familientradition der Arbeiter (im Arbeiter- und Bauernstaat), steckte man mich in eine Bäcker- und Konditorlehre, die ich nicht wollte(!!!). Na ja, egal. Gearbeitet habe ich dann anschließend bei uns um Geschäft, als Verkäuferin. Meine Affinität zum Lesen, Schreiben, den Büchern und dem Papier verlor ich jedoch nicht. Die war stets gegenwärtig. Infolgedessen, versuchte ich im Rahmen meiner Möglichkeiten und der Deutschen Demokratischen Republik angepasst, meiner Sehnsucht zu folgen. Besuchte, auf eigene Faust, Kurse an der Volkshochschule. Maschine Schreiben und Stenographie. Wollte staatlich geprüfte Sekretärin werden (wo mir das Kind dazwischen kam. Allerdings vermute ich, dass man mich auch DORT gar nicht sehen wollte!). Allerdings war’s trotz alledem gut, dass ich diese Kurse besucht hatte. Denn dadurch bekam ich dann die Möglichkeit in einem Büro im Zierporzelleanwerk Lichte zu arbeiten...und später dann in der Stadtverwaltung Neuhaus.
Aber gut, zur Frage zurück: Ich hätte mir Künstlerin, Schriftstellerin vorstellen können. A-b-e-r WER tut das nicht????
Ich schrieb schon in Kindertagen selbst erdachte Geschichten auf. Band sie zu einem kleinen heft und illustrierte sie.
Tja, hart arbeiten zählte halt mehr (im Arbeiter- und Bauernstaat...und überhaupt....auch bei mir zu Hause!) Meine Mutter sagte immer, das sind brotlose Künste, denen man besser nicht frönt!
Ansonsten hatte ich keine „Berufswünsche“. Ich dachte nicht einmal darüber nach. Es war mir, schlicht und einfach, nicht so wichtig. Außerdem, hatte ich so wie so keine Wahl und machte ohnehin bereits das Beste aus dem, was für mich möglich war.
(Und WIE haben sich meine Eltern gesträubt und mich beschimpft, als ich in Neuhaus in der Stadtverwaltung anfing zu arbeiten. Ich frag’ mich nur, was das sollte??? Nur gut, dass ich mich „auch in diesem Fall“ durchgesetzt habe. Denn nach genau diesem Gehalt, wurde meine derzeitige Rente berechnet. Da hatte ich echt Glück, UND es war MEIN Verdienst! Meinem Durchsetzungsvermögen, meiner Sturheit, meinem Trotz geschuldet. Nur gut, dass ich SO bin!)