20. April 2016

Von Bekannten/Freundinnen und Eigeninitiationen



Die Eine legt mir nahe, mich „gewählter“ auszudrücken. Es scheint wohl ähnlich wie mit den Menschen, die mit PEGIDA gelaufen sind, zu sein. (Ist nur ein Beispiel! Zum besseren Verständnis. Wir sprachen darüber. Erinnere Dich.) Reden sie SO, wie es ihr Umfeld es ihnen lehrte, nimmt man sie nicht ernst. Und vielleicht wird deshalb ja auch das Volk „klein, dumm und unwissend“ gehalten. Damit es lächerlich erscheint, begehrt es denn tatsächlich einmal auf. Denn dann, vermag es sich nicht „auszudrücken“, wie es sich gehört (?). Oder,....um gehört und ernst genommen zu werden.

Der „Osten“ war nun einmal der „Arbeiter-und Bauernstaat“.
Ausnahmen waren die Lehrer/innen, Die Wenigen, welche studieren durften und ggf. noch die Leute aus dem Umfeld der (geduldeten) Kirche.
SIE hatten ZUGANG zu Büchern und Wissen. Uns anderen wurde gelehrt, was sie wissen SOLLTEN. Nicht mehr. Unter anderen in Staatsbürgerkunde. Was offenbar das Wichtigste war. Hauptsache in diesem Fach hattest du eine Eins!

Ich  wurde, von meiner Bekannten, als positives Beispiel angeführt. Ich hätte doch, seit damals, dazu gelernt.
JA Klar! Aus eigener Initiative. Aber auch hier musste ich erkennen, dass ich da wohl eher die Ausnahme bin. Was ich gern auf meine Großmutter und deren Familie zurückführe. Die schon immer Künstler/innen, Dichte/innen rund Denker/innen waren. So erblühte in mir wohl von ganz allein der Wunsch auf......Wissen. Und vor allem, was ich für immens wichtig erachte, die Fähigkeit, sich in Dinge einzufühlen. Einzutauchen in das Gelesene, bis man es am eigenen Körper, von innen heraus spürt. DAS hat mich niemand gelehrt!
Aber:
DAS ist lesen! DAS ist lernen! DAS ist wissen!!!!! Mit Herz und Seele dabei zu sein.

Aufgewachsen bin ich allerdings im „Arbeiter-und Bauernstaat“, wo nicht viel auf Intellekt gesetzt wurde. Wie der Name ja schon sagt, waren wir „Arbeit und Bauern“. Und SO dachten wir auch. In diesem Umfeld wuchs ich auf. Dachte, sprach und handelte....so........bis (fast) heute. Denn meine Bekannten und Freund kamen ebenfalls aus diesem Kreis. Der sich für mich, bis zum heutigen Tag, nicht wesentlich geändert hat. Bis auf ein paar wenige Bekannte, die auch zu Freundinnen geworden sind.
Ich erwählte (female choise) den Sohn einer Bäuerin. Der obendrein noch bläublütig ist. Allerdings wunderte ich mich schon immer, dass ich dumme Menschen nicht mochte und mich unter ihnen völlig fehl am Platzte fühlte. Denn ich vermochte ihren Antriebsgründen nicht zu folgen. Und ebenso wenig den banalen Aussagen ihrer Worte, die mich kaum tangierten. Meine Themen lagen schon immer ganz woanders. Nur erkannte ich das in diesem Umfeld nicht und dachte ICH sei irgendwie.....“ver-kehrt“.

Und auch das Adlige/Aristokratische und alles, was auch nur annähernd damit zu tun hatte, war im Arbeiter- und Bauernstaat verpönt. Mein Vater schämte sich für seine eigene Herkunfts-Familie. Verleugnete sie sogar und meine Eltern die „Geschichte“ an sich. Bis heute „bekommen sie kaum die Zähne auseinander“,....was DAS betrifft. Was ich sehr, sehr schade finde! Es werden daher viele Erinnerungen, Geschichten........verloren gehen.
Aber vielleicht ist das ja auch nicht wirklich ihre Schuld.
Mein Vater sagt, für ihn wäre es nie wichtig gewesen.
Auch in Jörgs (konditioniertem) Verhalten bemerkte, hörte ich eine deutliche Abneigung allem „Vornehmen, Noblem und Aristokratischen,  ja sogar Intellektuellen“ gegenüber heraus.
„Die gehen mit abgespreiztem Finger scheißen“, war/ist immer noch seine abwertende Rede dazu.
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Für die Andere, die Tochter eines Arztes (was sie auch immer wieder gern raus zu kehren scheint), bin ich halt nur die „Ossi-Frau“ (über die ja in westlichen Gefilden eine vorgeformte, einheitliche Meinung herrscht). Die Ungebildete. Die unter einer kommunistischen Herrschaft aufwuchs. Worunter sie sich natürlich nicht wirklich etwas vorzustellen vermag. Und ich mir ebenso wenig über ihre Kindheit und Jugend in deren Land. Oder ihrem Leben insgesamt. Klar haben wir gegenseitige  „Vorstellungen“ darüber, wie man jeweils auf „der anderen Seite“ aufgewachsen ist. Was ja teilweise gleichwohl der Wahrheit entspricht. Aber wo kommen diese Vorstellungen eigentlich her? Und wer hat sie uns gelehrt? Wer hat sie uns eingepflanzt? Und warum?
Allerdings geht niemand in der anderen Schuhe. Frau muss es sich mit-teilen, wie es war. Und hier nimmt frau, für gewöhnlich, unterschiedliche Haltung ein. Die eine ist stolz. Die andere eher demütig, unsicher und fast verschreckt.....angesichts so viel „Haltung“ /Schliff, die sie selbst nicht gelernt bekommen hat,.......noch gewohnt ist.
Selbst der amerikanische Soldaten-Freund durfte in der Biographie dieser Frau nicht fehlen. Einen Russischen Pondon habe ICH, meinerseits,  jedoch nicht aufzuweisen. Tut mir leid. Aber vielleicht kann ich hier mit kubanischen Ex-Mann dienlich sein. Ist ja auch nicht übel und  „nahe dran,.....an Amerika“. Smile.
Aber okay. Ich habe (aus Eigeninitiative) viel dazugelernt. Und eine Zeit lang habe ich auch interessiert zugehört, was diese Frau mit zu erzählen hat. Klar  interessieren mich ihre Geschichten. Weil ich auch selbst Geschichten schreib’. Was wohl ebenso ein Überbleibsel aus meiner Familiengeschichte zu sein scheint. Erfuhr ich doch erst kürzlich, und ich glaube, ich schrieb es hier, dass meine Ahnen/Ahninnen Bühnestücke für Wagner schrieben. DORT also begründet sich anscheinend mein Hang zu dergleichen. Und genau in diese Richtung ließ ich die Story, die Geschichte(n) von Rea fließen (ohne wirklich viel über meine Ahninnen und Ahnen zu wissen). Ohnehin ist bei Rea alles, von dem Wissen über meine Familie, mit eingebaut.
Was allerdings beim Schreiben schwierig war, war die Sprache. Die Ausdrucksweise. Die Wahl der Worte und die korrekte Zusammensetzung, welche ich SO, in dieser Art und Weise, nicht gewohnt war und gelehrt bekommen hatte. Im Gegenteil!
Ich brauchte lange Zeit dafür und bin noch immer nicht fertig mit dem Lernen.....mich „anders“ auszudrücken......wie bisher.
Und manches Mal erwische ich mir dabei, wie verlegen ich angesichts der veränderten Ausdrucksweise, welche mir nicht von Anfang an zu Eigen war,  in einem gleich gebliebenen Umfeld bin.
Zu Beginn meiner Rea-Schreiberei, ließ ich zuerst alles in (m)einer profanen, umgangssprachlichen ....Ausdrucksweise aus mir heraus fließen, um den Gedankenfluss nicht zu unterbrechen, und schrieb es auf, um es dann zu „übersetzen“. Noch einmal „um-zu schreiben“, in eine ganz andere Art der sprachlichen Ausdrucksform. Und so nach und nach bemerkte ich, im wahrsten Sinne des Wortes.....wie ich “Wort für Wort“ dazu lernte und auch, wie sich mein Denken und Reden dahingehend veränderte. Eine „Entwicklung, könnte man sagen. „Eigen initiiert“!

Aber zurück, zu der „Anderen“ Frau.
Mit ihr ist es letztendlich wie mit vielen anderen. Ich verliere, oder verlor sie bereits, aufgrund meiner Einstellung zu politischen Belangen. Dazu schrieb ich bereits einen Post, dass sich gerade HIER, in letzter Zeit, die Geister und die Freundinnen scheiden. Was ich schade find’!
Denn eigentlich sollten wir Frauen zusammen halten.
Auch ICH habe da, in Sachen Verständnis anderen gegenüber und auf (m)einer Meinung Beharren, noch zu Einiges zu lernen.
Selbstredend muss ich meine Meinung, meine Ansichten nicht ändern um anderen, einer anderen zu gefallen. Nur sollten sich Frauen, trotz alledem, NICHT zerstreiten!