26. Oktober 2016

Schreiben befreit mich - Lesen inspiriert.




Viel zu selten nehme ich ein Buch zur Hand, seitdem es das Internet für mich gibt.
Las ich doch heute in einem meiner Bücher den Brief einer Frau an ihre verstorbene Freundin. Das berührte mich…..so sehr,…..dass ich weinte. Es ging so tief und hallte nach.
Ihre Worte regten mich zum Denken, besonders über das Vergängliche. Das Sterbende oft bereuen, was sie NICHT getan, oder wem sie nicht verziehen haben. Gibt es da etwas für mich? Dachte ich unwillkürlich und da kam mir meine Mutter in den Sinn. Ich bin so glücklich darüber, diesen Schritt nach vorne, den sie nicht tun konnte, getan zu haben. Nichts zu vergessen, aber,….zu verzeihen…..aus dem Begreifen heraus, dass SIE es halt nicht besser wusste und tat, was sie eben glaubte tun zu müssen, um allem und jedem Genüge zu tun. Vor allem MICH, ihre Tochter, zu erziehen……nach IHREN Vorstellungen. Was natürlich NICHT gelang. Und das ist auch gut so.
Ich lernte kämpfen und es ist so derart bedauerlich, dass ich meine jugendliche Energie verschwenden musste, im Kampf gegen eine Frau, die genau genommen meine beste Freundin hätte sein können. Aber DAS wussten wir beide nicht. Woher?
An dieser Stelle danke ich der glücklichen Fügung, dem Zufall, den es nicht gibt, dass ich eine andere Frau kennenlernte, die vom Alter her auch fast meine Mutter hätte sein können und manchmal…..verglich ich sie sogar mit ihr. Schlug ihr, als ich noch nichts verstanden hatte, die Worte um die Ohren, ich brauche keine zweite Mutter, die mich fertig macht.
Danke meine gute Freundin S., dass Du so viel Geduld mit mir hattest, mir immer wieder verziehst, wenn ich nach tobenden Streitigkeiten den Weg zurück zu Dir fand. Und so ging es mir mit einigen….Frauen.


Durch meine liebe Freundin S. kam ich in Berührung mit etwas, was ich bis dato noch nicht kannte. Es interessierte mich, weil mich immer alles Neue lockt. Insbesondere DAS, was nicht so leicht durchschaubar, nicht so einfach zu verstehen ist. Und ich bin zäh wie eine Katze, wenn es darum geht, in die Tiefe der Materie einzudringen. Gleichgültig, wie viel Rückschläge es mir beschert. Wie oft ich verzweifelt kurz vor dem Aufgeben war und die Bücher in die Ecke warf.
Letztendlich konnte es gar nicht anders sein, als diese Frau und ihre Passion kennenzulernen. Denn erst durch das intensivste Beschäftigen mit der Mütter zentrierten Gesellschaft war ich in der Lage das Handeln meiner Mutter zu verstehen.


Welch‘ Stein fiel mir damals von Herzen, als mir die Inhalte der Bücher über die Matrifokalität die Augen öffneten . Und noch erleichterter bin ich jetzt, dass ich durchgehalten habe,….mir all das Wissen bis hier her anzueignen. Und ich bin noch lange nicht zu Ende damit.
Das Wissen um die verloren gegangene Geschichte von uns Frauen, unsere schon so lange unterdrückte Identität, mein eigener Wille mit dieser Thematik zu beginnen und umzugehen, meine Durchhaltevermögen, ließen mich diesen bis dahin für mich unvorstellbaren Schritt vollziehen, den ich niemals glaubte tun zu können. Auf meine Mutter zuzugehen und sie sogar noch zu umarmen. Ohne jegliches Gefühl des Hasses und Grolls. Auch wenn es sich die ersten Male noch immer eigenartig anfühlte.
Es war ohnehin schon geradezu ein Wunder gewesen, das ich lernte, das Wort „Mutter“, wieder auszusprechen, was ich bis dahin nicht einmal konnte. Und auch wenn ich es zu Beginn mit Widerwillen tat, ich war trotz alledem froh darum. Ging weiter diesen Weg, weil ich schon zu dieser Zeit ahnte und begriff, dass ich nun endlich (!!!) Grenzen überschritt, was bis dahin nicht möglich gewesen war und vermutlich auch NIEMALS möglich gewesen wäre, wenn ich meine liebe Freundin S. nicht kennen gelernt und somit nie mit dem Wissen über das Matriarchat in Berührung gekommen wäre.
Dieses Wissen hat nicht nur MICH befreit. Sondern uns beide,….denke ich. Meine Mutter und mich.  Es hat so viel in mir verändert und die Beziehung zu meiner Mutter geheilt, sodass ich, wenn ich einmal sterbe, diesen Schritt bereits gegangen bin. Mich damit nicht mehr zu belasten brauche……

Kommentare:

Ich will...... hat gesagt…

eine hymne an die freundin s. das klingt wunderbar!
ganz im gegensatz zur a.
die ungut durchs www wabert.
m.

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Das war nicht immer so. Kannst du mir glauben. Manchmal hätte ich sie erwürgen können.........grins......
R.