11. Oktober 2016

Tagesbefindlichkeit – Dienstag, den 11. Oktober 2016



Tagesbefindlichkeit – Dienstag, den  11. Oktober 2016

Ich habe auf mich gehört. Habe Rea geschrieben, an der Story gefeilt und mich hineinversetze, was allerdings oft schwierig war, weil die äußeren Umstände bei Weitem eben NICHT günstig waren und sind.
Da ist der Jörg der jammert, weil’s ihm nicht gut geht und er trotz alledem auf Arbeit muss. Was ich durchaus gut verstehen kann.
Zudem die Sorgen, weil das neue Auto auch nicht geht…...und eigentlich in die Werkstatt müsste.  Also haben wir drei Schrotthaufen stehen. Zwei Autos und ein Motorrad, das nicht geht.  Was soll man dazu sagen…….und was soll nun werden…..?

Und da ist meine Mutter, die seit dem Wochenende im Krankenhaus liegt. Der Blutdruck zu hoch…...sie wird durchgecheckt. Ist vielleicht auch mal gut so.  Vom Besuchen solcher Häuser bin ich aber nun wirklich keine Freundin. Vater fährt jeden Tag und ich rufe ihn dann an, um mich bei ihm zu erkundigen, wie’s ihr geht. Ich denke, sie wird sicherlich so wie so  bald entlassen, wenn nichts weiter ist. Dann kann ich ja mal rüber gehen, zum Haus.
Ich weiß, das klingt eigenartig. Wir sind zwar Familie, aber dennoch jeder für sich. Wenn Not am Mann, oder an der Frau ist, wird selbstverständlich geholfen. DAS ist ganz klar. Nur habe ich eh schon genug Stress und weiß oft nicht, wie ich alles bewältigen soll. Da bin ich ganz froh, wenn ich mal ein paar Stunden Ruhe habe und nicht unbedingt noch wegrennen muss.
Kochen muss ich heute auch noch was für den Jörg, wenn er heute Abend von der Spätschicht kommt. Und die Küche aufräumen, weil er immer ein Chaos hinterlässt.
Und morgen ist die Herrlichkeit der Freizeit, die ich mir zwar erhoffte, die es aber nie gab, schon wieder vorbei. Ich dachte tatsächlich ahhhh………wie schön! Eine Woche ohne Termine und nur wenig zu tun. Tja denkste. So läuft das leider nicht. Jeden Tag ist was anderes und am WE doch wieder die Hausordnung. Diesmal die Kleine, was nichts besagen will. Denn mit dieser Zusammen ist die Wohnung dran. Das heißt, MORGEN geht’s los mit Bad putzen. Und da kommt auch noch mein großes Paket vom Versandt, wo 6 kg Brot aufgeschnitten werden wollen und der Rest weggeräumt. Damit habe ich immer einen ganzen Nachmittag zu tun.

Wie oft denke ich, DAS hier ist der Strafplanet.  Und zugegeben, da geht es mir, im Verhältnis zu vielen anderen, noch gut. Ich denke da an die Frauen, die nackt als Sklavinnen an den Meistbietenden verkauft werden.
WIE KANN DENN DAS SEIN??? Frage ich mich! WO SIND HIER DIE MENSCHENRECHTE??????? Verdammt noch mal! Sind Frauen denn keine Menschen??!!! Da kann Frau brüllen so laut sie will und keiner hört‘s! Scheint alles ganz normal. Patriarchat eben…….

Nun gut, ich will mich nicht wirklich beklagen. Wir haben ein Dach über dem Kopf, eine Heizung, ein Bett, zu Essen und meine Pillen. Der Bonus sind Fernsehen und Computer. Danke dafür und auch für meine Küchengeräte, die mich liebenswerter Weise bei der Arbeit unterstützen. Ich lobe sie auch gelegentlich dafür. Genau wie meine alte Waschmaschine. Sie ist noch aus der DDR. Ebenso wie meine Föhn. Der hält eben was aus. Nicht wie das ganze neue Zeugs, dass mit dem Ablauf der Garantie den Geist aufgibt.

Es ist eben viel der Stress. Auch DER, welchen man sich selber und miteinander macht. Frust ablassen, Erwartungshaltungen und dadurch ein schlechtes Gewissen und Schuld, weil man denkt, man hätte ja……Dies und Das noch machen müssen, damit man genügt. Oder allen und jedem Genüge tut. 
Nicht so leicht.......(Noch immer nicht.)


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