7. Oktober 2016

Tränen der Erleichterung




Eigentlich ist es eine Schande, wenn ich darüber nachdenken muss, meine Physiotherapie, die ich für meine Gesundheit brauche,  zu Gunsten der Saubermacherei hier im Haus abzusagen.
Die ganze Woche war vollgepackt. Und es sind nicht nur die physischen Anstrengungen, wo ich oft genug ÜBER meine Grenzen gehe. Nein. Es sind auch die psychischen. Da baut sich Stress auf im Hirn bis zum Bersten, wenn ich nicht mehr weiß, WIE ich das bewältigen soll.
Auch der Sohn macht mir noch oft genug Sorgen. Es ist wie man sagt. Kleine Kinder kleine Sorgen. Große Kinder große Sorgen. Was nicht heißt, dass er im Unrecht ist, mit DEM was er tut. Es ist nur immer wieder der so genannte Staat mit seiner Bürokratie und den Pseudogesetzen, der den Menschen Steine in den Weg legt, wo er nur kann.
Mit seinen 30 Jahren hat mein Sohn auch gelernt, sich um vieles zu kümmern. Aber manchmal ist er noch immer sehr unbeherrscht und ich kenne das nur  all‘ zu gut von mir. Auch die Sturheit. Das Kämpferherz. Und im Grunde ist alles gut mit ihm, wie es ist. Dass er vehement durchsetzt, was er will. Denn ich erinnere mich, dass ich genauso war und bin. Und exakt diese Eigenschaft, hat mir schon in vielen heiklen und schwierigen Situationen geholfen.



Aber zurück zu den Tränen der Erleichterung.
Ich hatte schon die ganzen Tage über nachgedacht, wie ich alles schaffe und dass ich ggf. meine Physio absagen sollte. Aber gut, ich brauch sie ja. Wird schon irgendwie werden. Dachte ich so. Die Haare hatte ich zumindest nun schon vor zwei Tagen gewaschen. Gestern war erst mal eine riesige Schüssel Kartoffelsalat dran, wo ich immer stundenlang zu schneiden habe. Dann war auch ich fertig. Genau wie am Tag davor, wo sich gegen sechs Uhr abends das Gehirn verabschiedet hatte. Es konnte nicht mehr. Zu groß der Stress. Zumindest habe ich es so empfunden. Ich bin halt keine zwanzig mehr. Da hätte ich das alles mit links gemacht.
Und dann immer noch der Ärger mit manchen Leuten. (Siehe Post zuvor. Meine liebe Freundin A., die Empfindliche, Hypochondrische, die nur all zu gerne die Ossi und Wessi Karte ausspielt, oder auch bevorzugt die Intellektuelle, den mein Vater war Arzt Bonus Trumpf. Wo keiner ihr das Wasser reichen kann. Sie ist ja auch studiert und war Heilpraktikerin. Die Gutmenschin zähl‘ ich jetzt mal gar nicht dazu. Aber egal. Sie ist ja so eine Nette…..mit der ich’s mir eigentlich nicht verderben möchte. Was so wie so schlussendlich geschehen ist.)



Also heute Morgen dann noch duschen. Aber schnell schnell. Denn es könnte ja an der Tür klingeln. Die Post, das Essen, der Paketdienst, die Nachbarin. Und so war es auch. Zum Duschen wäre ich so wie so nicht mehr gekommen. Da war es ganz gut, dass das Telefon während meines (nicht wirklich schmeckenden (Hafer-und Hirseflocken. Eingeweicht in Sojamilch. Zwei Briesen Zucker drüber und ein paar Trockenfrüchte.) und schnellen) Frühstücks läutete und die Physiotherapeutin mir absagte für diesen Tag.
Göttin, was war ich froh darüber!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Tränen er Erleichterung. Ein Stein polterte mir von Herzen. Der Druck verflüchtigte sich. Was für ein Gefühl!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Ahhhhhhh…….Ein Licht im Dunkel der gefühlten Verzweiflung. (Gut, ist ein wenig dramatisiert dargestellt. Aber ich bin halt manchmal so.)


Trotz alledem beschloss ich dann heute NICHTs zu tun. Vom Schwindel und den Kopf- und anderen Schmerzen mal ganz abgesehen. Einfach mal ent-spannen!!! Auch im Hirn!!! Den Druck mal fallen lassen!
Sauber machen, kann ich auch Morgen noch.
Aber die Nachbarin, die geklingelt hat, mahnte schon wieder. Auch draußen müssen die Fensterbänke und die Türen geputzt werden,….bei der großen Hausordnung. Sie wäre ja auch so krank und hätte jetzt schon ein Stück vorm Haus gewischt. Müsste noch zum Haus ihres Sohnes, der im Krankenhaus liegt, um auch dort noch zu putzen.
Ordnung. Dieses Wort (neben dem Wort Arbeit und „gemacht“) nervt mich schon lange. Bei mir sieht’s nach der Norm eben NICHT ordentlich aus.
Immer dieser deutsche Ordnungszwang. Mag sein, dass es ein Teil von dem ist, was das Volk der Deutschen so ausmacht. Und warum wir so erfolgreich sind. Aber zunehmend ist das halt nicht mehr der Fall. Ob nun kankheits- oder willentlich bedingt, sind oft die Menschen nicht mehr in der Lage, die Ordnung aufrecht zu erhalten, wie sie gefordert wird, ohne sich ihr Ende aufzutun. Von politischen Dingen mal ganz und gar abgesehen!
Es nervt mich wirklich so allmählich dieser Sauberkeits- und Ordnungswahn, der vor allen unter den Älteren herrscht. Was nun überhaupt nicht bedeutet, dass ich nicht sauber machen will, oder die Notwendigkeit dessen nicht einsehen würde. Nein. Aber Göttin noch mal, nicht immer auf den Punkt und so vehement!


So weit ist es nun schon mit mir gekommen. Und ich weiß, dass ich mir oft auch eine ganz gehörige Portion an Schwere, an Last selber auflade. Ich könnte es ja auch ganz easy sehen. Kann ich aber nicht. Hat wohl mit der frühen Konditionieren und jetzt mit dem Alter und Krankheit zu tun. Dass ich manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sehe. Nicht weiß, wie ich die vor mir liegenden Aufgaben bewältigen soll. (Und vielleicht, oder ganz bestimmt sogar, bin ich ja auch traumatisiert von dem Jahr unter den so genannten Flüchtlingen.)
Aber ich denke,….es geht sicher vielen so……………

Kommentare:

Ich will...... hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Ich will...... hat gesagt…

ich erinnere mich, du hast es mir schon mal erklärt...........alles klar

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Was meinst Du denn?

Ich will...... hat gesagt…

warum du frau a. gewähren läßt, meine ich.
ich persönlich finde frau a.s ansichten ungesund. jedenfalls die, die ich hier durch dich lesen konnte.
hab einen schönen sonntag, auch, sollte er grau werden