31. Oktober 2016

Wie analysiere ich mir meine Welt? – WAS ist mir wichtig?




Vorab zur Erklärung: Irgendwo, in einem anderen Blog, las ich etwas über das Wohnungspsochologisieren. Da fragte ich mich, was das soll? Wer beschäftigt sich mit so was? Und warum? Vielleicht ein interessantes Thema für DIEJENIGEN, die sich ihre Wohnung nach solch‘ Kriterien einrichten können.


Es gibt schon eigenartige Leute, Gutmenschen, Ignoranten, und andere, denen es finanziell gut zu gehen scheint. Da hat Frau natürlich keine Lust, sich mit Lappalien zu beschäftigen. Aus ihrer flauschigen Plüschwelt hinaus in die Realität zusehen und was dort so vor sich geht. Betrifft eine ja nicht. Und die anderen,…..was soll‘s.  Mir geht es gut mit allerhand Firlefanz im Kopf. Wie beispielsweise einem Magazin in meiner Hand, wo ich Themen wie „Wohnungspsychologie“ aufgreifen kann.
Hallo! Geht’s denn noch?
Die Welt steht kurz vorm Kollaps, aber wir schreiben mal kurz aus, was deine Wohnung über dich verrät.
In erster Linie DAS, WAS ich mir eben LEISTEN KANN!

(Mein Schlafzimmer. Bett in der Mitte (zumindest mit dem Kopf nach Norden ausgerichtet, auch wenn die Tür grad drüber ist), damit Platz für Schränke und Regale an den Wänden ist.)

Wenn ich Kohle hätte, würde ich auch ganz anders wohnen! ….und leben! Punkt!
DAS verrät meine Wohnung über mich! Hier ist alles zweckgebunden. Chaos eben. Eine Art Wohnen des Übergangs…..wohin auch immer.  Aber dennoch gefällt es mir so. Ich hab‘ mich dran gewöhnt. Kenn' ‚ es vermutlich nicht mehr anders.


Aus Erfahrung der letzten Jahre, bin ich nun auf der Spur, es mir eben nicht mehr ZU gemütlich und heimelich zu machen. Wo so wie so immer nur geringe Mittel verfügbar waren. Ich habe jedes Mal alles verloren. Zweimal, für mich, eine Menge Geld. Aus angesparten Versicherungen und nun, gibt es das nicht mehr. Es reicht gerade so für’s Leben. Urlaub gibt es keinen. Schon seit 20 Jahren nicht.  Aber egal. Es stört mich nicht.
Meine Prioritäten des Geldeinteilens sind: Essen, Medikamente und die nötigsten Körperpflegemittel. Heizung und Energie wird gespart wo geht. Geschenke kann ich mir nicht leisten. Zu Weihnachten, oder meinem Geburtstag schenkt mir der Jörg vielleicht mal ein Buch, oder einen Film. Das war‘s. (An dieser Stelle möchte ich mich bei einer Frau bedanken, die  mir ab und an ein paar, oft magische, Kleinigkeiten schickt. Ich freu' mich immer sehr darüber!) Denn er, als der schwer Arbeitende und einzige Verdiener hier, zahlt die „großen Brocken“. Da bleibt nichts übrig von dem Sklavenlohn, für eine Arbeit, die ihm früher oder später die Gesundheit kostet. (Er lebt, schläft, isst in seinen zwei mal vier Quadratmetern.) Das Auto frisst den Rest des Geldes…… 




Für Firlefanz ist hier kein Platz. Und schon gar nicht für Unnötigkeiten, wie Wohnungspsychologie. Du meine Güte. Im Traum käme ich nicht darauf zu werten, wie andere wohnen, wo ich doch weiß, dass jeder nur so gut wohnt, wie viel Geld er eben zur Verfügung hat. Genau darum geht es doch. 



 (Mein Platz in der kleinen Küche. Ein Tisch, ein Stuhl. Nicht mehr. Grad' so, dass ich sitzen kann.)
Und mit dem „selber machen“, so wie früher, in der DDR. Dazu reicht schlicht und einfach meine Kraft nicht mehr. Das war einmal……..
Und auch meine Klamotten sind über 20 Jahre alt. Zumeist noch Secondhand. Sicher würde  ich mir auch andere wünschen. Aber ich bin zufrieden damit. Von der Jacke bis zu Unterwäsche, passt alles in einen einzigen Schrank. Punkt. 
(In den Weißen. Da schließen nicht mal die Türen richtig. In dem anderen sind Handtücher, Eimer, Schüsseln, Badvorleger und noch anderes Zeugs.)




An dieser Stelle erinnere ich hier an einen Post, in dem ich schrieb, wie der „Besuch vom Westen“ (Franken) die Nase rümpfte, über meine Wohnkultur.
„Ist halt nicht SO wie bei euch. Nicht wahr?“



Gerade der letzte Umzug hat uns noch mehr Einschränkungen eingebracht. Die Miete viel teurer als vorher, bei gleicher Quadratmeterzahl.
„AWG“ – hier hat man Anteile, ist also „Miteigentümer“, und es geht ruhiger zu. Das war das Wichtigste für mich. Die Ruhe! Dennoch ist es noch hellhörig als zuvor. Wenn die Frau über mir telefoniert, verstehe ich so gut wie jedes Wort.
Aber zum Glück sind die Menschen an diesem Ort (bisher) alle ruhige Gesellinnen und Gesellen. Zumeist halt auch alt. Die Frau über mir, kenne ich schon seit 50 Jahren. Sie hat im Haus neben dem Unseren gewohnt. Und als Kind, bin ich immer zu ihr rüber gegangen….sie kennt mich gut.

Ja, genau. Ich bin zufrieden mit DEM, was da ist. Keine Angst. Brauch nicht mehr. (Wofür noch?) Auch, wenn es eben nicht so manch „gutem Geschmack“ entspricht, wie ich hier lebe, mit den zusammen gestoppelten Sachen. Grad so hingestellt, wie’s eben passt. Da passt nichts wirklich zusammen. Die Leiter steht immer noch mitten im Raum,…..als Erinnerung vielleicht, dass ich’s mir hier gar nicht erst  wieder gemütlich mach‘………..wofür? 



Resümee‘ für mich persönlich: Scheiß drauf, was die anderen tun und sagen. Ich leb‘ halt, wie ich leb‘! Und damit gut.  (Und Besucher, wünsch‘ ich mir nicht wirklich.)


Kommentare:

Stephanie hat gesagt…


... wenn ich das richtig sehe, ist Wohnungspsychologie ja kein Einrichtungskonzept, sondern hier lässt sich sozusagen aus der Art wie eine Wohnung eingerichtet bzw. gestaltet ist, verschiedenes schlussfolgern. Der Einsatz bestimmter Stilelemente, die Art wie ein Raum "überfüllt" oder "leer" ist bzw. welche Farbkonzepte zu einer entspannten Stimmung beitragen, wirken sich doch auf Alltagsleben aus. Manchmal dauert es eine Weile bis frau eine (Langzeit)Idee auch umgesetzt hat ... und wie beim Feng Shui wirkt sich die Art einen Wohnraum einzurichten, entscheidend auf das Wohlbefinden des Nutzers aus oder auch nicht. Das hat mit Geld eigentlich weniger zu tun. Entscheidend ist mit welchen Dingen, Farben oder Möbeln ich mich umgebe und ob alles was sich so ansammelt auch gebraucht wird.
Wobei ich fest gestellt habe, je kleiner die Wohnung, um so größer die Herausforderung und unnötige "Mitbewohner" wieder zu entlassen ist nicht immer einfach ... ;-)

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Nach zwei Umzügen und relativ kurzer Folge, ist Vieles gewichen und ich habe auch schon einiges bereut, was ich in der Umzugseile weggeworfen habe.
Die Möbel sind, wie beschrieben, eher zusammen gestoppelt. Wurden eigentlich für Neuhaus gekauft und auch nur aus dem An- und Verkauf. Bis auf die ….Schrankwand….Aber Schrank – „Wand“ kann man’s ja nicht mehr nennen.
Beim letzten Umzug hat sich der Jörg neue Schränke und den kleinen den Tisch für die Küche gekauft. Er hätte NOCH kleiner sein können. (Nicht richtig abgemessen.) Die Verteilung in der Wohnung hier, folgte eher dem vorhandenen Platz.
Für die vielen Videos und DVD’s braucht‘s halt ein Regal.
Meine Plüschtiere müssen ja auch noch irgendwo unter kommen. Der Sessel, wo sie sitzen, den wollte der Jörg unbedingt. Passt eigentlich überhaupt nirgendwo hin und ist sperrig. Nimmt Platz weg. Sitzen kann man darauf eigentlich nicht so gut.
In der Ecke, ein Schrank aus Zeiten vor 30 Jahren. Da sind meine Räuchersachen drinnen. Mein Altar steht jetzt im Schlafzimmer. Da wurde so wie so alles rein gestellt, was woanders keinen Platz mehr fand. Wir das schmale Schränkchen, dass eigentlich ins Bad gehört. Und wie gesagt, um den Platz des Raumes optimal auszunutzen, steht jetzt mein Bett mitten drin. War auch in Neuhaus schon so. Aber da war wenigstens eine Wand hinter meinem Kopf.
Feng Shui ist hier halt nicht.
Komplett alles neu kaufen geht auch nicht.
Wurde eben alles in die Räume gestellt, wie’s eben ging.

Ich meine, WER braucht denn Wohnungspsychologie? Jeder richtet sich halt ein, wie er geldlich kann.
Mit dem Geld hat das schon was zu tun. Hätte ich Welches, würde ich meine ganze Wohnung komplett neu einrichten………nach Feng Shui…..und überhaupt eine andere Wohnung haben….

Früher und noch vor Jahren habe ich mit viel Enthusiasmus meine Räumlichkeiten gestaltet, mit DEN Mitteln, die zur Verfügung hatte. Nun ist aber auch wieder alles verloren……daher auch die Lustlosigkeit wieder und wieder neu und ….für mich schön….einzurichten.
Mag nicht mehr. Und wer weiß, ob wir nicht bald wieder umziehen. Vielleicht doch irgendwann ins Haus, oder auch wieder nach Neuhaus. Jörgs Kumpel hat da einen Freund, der hat eine Wohnung in einem Privathaus in ruhiger und schöner Lage. Wäre gar nicht so schlecht. Ist aber erst mal nur eine IDEE….Ich würd‘ sie mir aber trotzdem mal gerne anschauen.

So, jetzt hab‘ ich aber allerhand geschrieben.
Grüß‘ Dich ganz lieb
Roswitha

Sati hat gesagt…

Ich denke, wenn mensch in eine Wohnung von anderen Menschen kommt, entstehen einfach spontan Eindrücke. Würden bei mir auch entstehen - wenn ich z.B. in eine Designerküch für 100.000 Euronen käme. Ist es hell und eher "unbeschwert" - oder steht alles mit Zeug voll und ist dunkel? Usw.
Hatte mal Besuch von meinem Ex-Chef einst - als ich kurzzeitig auf dem Land in der Eifel wohnte - und der meinte frei Schnauze, nachdem er sich umgesehen hatte: Ich hätte ja nichts "von Wert".
Ich war damals noch nicht am Knapsen - mir ging es finanziell gut - und ich hatte das noch nie so gesehen. Fand es interessant - und dachte mal kurz über solche Aussage nach.
Ich kam sehr schnell drauf - daß wir schlicht verschiedene Wertigkeiten hatten. Und er konnte nicht z.B. nicht sehen - daß ich mir einst sehr teure Instrumente geschenkt hatte - weil er davon keine Ahnung hatte. Aus seiner Perspektive hatte er einfach recht - fiel mir eben beim Lesen wieder ein.
Oder meine einstige Nachbarin - als sie noch mit ihrem Mann hier lebte, hatten die beiden eine sehr wuchtige Wohnzimmereinrichtung. Und zur Weihnachtszeit war kaum noch "Luft" - weil alles mit Dekokram voll war. Als ich das einst zum ersten Mal sah - mußte ich lachen. Es hatte mich fast erschlagen - aber: Jeder, wie es ihm gefällt. Ich schloß draus - sie finden das eben heimelig. Sowas - geschieht einfach, daß mensch Eindrücke hat, wenn er andere Menschen daheim besucht.
Aber - wie Du schreibst:
Hier sähe es wohl auch ein bischen anders aus, müßte ich nicht auf´s Geld achten. Allerdings - nicht viel. Merke gerade - beim Lesen - daß ich da wohl schon losgelassen habe vor geraumer Zeit - mit "Geborgensein durch Einrichtung". Allerdings - würde ich den Wohnort wechseln ..... gen Mecklenburg. Vielleicht klappt das ja auch so noch.

PS: Wer sich so eine sterile Designerküche für 100.000 oder mehr in die Hütte wuchtet - die meist gar ncht mehr wie eine Küche aussieht - den würde ich auch spontan "psychologisieren" .... haha.

Und: Ich habe hier das Optimum - wie ich finde: Jede Menge Einbauschränke. Zwillingssonnen mögen keine schweren Möbel - sie müssen sich möglichst mühelos bewegen lassen - auch alleine.
Ich mag auch keine Dübel und Schrauben in den Wänden - maximal Nägel. Da würde einem "Psüschelogen" sicher auch was dazu einfallen - und er hätte sogar recht: Ich bleibe eben nicht gerne 40 Jahre am gleichen Ort.
Interessantes Thema eigentlich - in vielerlei Hinsicht - Du hast es ja ausführlich beleuchtet.

Bis heute - bin ich in Gedanken oft noch in der Küche von Verwandten im Norden, wo ich als Kind oft war. Da war es spärlich und alles alt. Dennoch - war und bleibt es eine ganz tolle Küche - weil wir dort so oft gesellig waren.

Liebe Grüße, Sati

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Ja. Ich würd' mir schon eine andere, größere, hellere Wohnung in ruhiger Lage suchen, wo auch keine Invasoren stören. Obwohl man ja da nie sicher sein kann.
Meine Einrichtung sähe mit großer Sicherheit auch ANDERS aus.
Als ich noch gut verdiente und Jörg auch, hatten wir uns eine Art asiatische Wohneinrichtung gekauft. Nur die Korbsessel waren im Nu kaputt. Der Paravan passt hier nicht mehr rein. Es sind nur noch Restbestände davon übrig. Zwei kleine Schränkchen. Die ganze restliche Einrichtung hier ist zweckgebunden. Und irgendwie war das immer so. Ich kenn das aus meiner Vergangenheit kaum anders. Obwohl meine Eltern doch eher das „klassische“ Wohnzimmer haben. Bei uns steht alles ein bisschen durcheinander. Dann halt noch meine „Sammel-Leidenschaft“ der Plüschies. Die wollen ja auch irgendwo sitzen. Smile…..
Vor gut 10 Jahren bestimmte das Wohnungsbild eher das Magische. Hier und dort Altäre. Trommeln, Rasseln und so. Auch davon ist noch jede Menge übrig und steht hier, mit all dem anderen Sachen herum. Die würd‘ ich auch niemals hergeben. Bin froh, dass ich’s hab. Vor allem die „Instrumente.

Vom „Loslassen“ halte ich nur in psychischen Belangen was. Im Physischen umgebe ich mich gern mit all den Dingen. Allerdings kaufe ich jetzt auch nichts mehr. Trage auch keine Steine mehr heim, wie früher. Es bleibt alles, wie es ist. Es kommt nichts mehr dazu. Gelegentlich mal ein Buch, oder ein DVD........

Grey Owl Calluna hat gesagt…

.......In jungen Jahren bin ich auch mal gern so einfach umgezogen. Da ging alles noch leicht. Aber heute würde ich viel lieber mal bis zum Ende an einem Ort bleiben. Ob es DER hier ist, bezweifle ich. Mal schauen…. Wir schaffen das alles nicht mehr so leicht. Auch der Jörg nicht. ….mit seinen viel zu vielen Schmerzmedikamenten (nur, damit er arbeiten gehen kann).
Jörg spart auch die Dübel und Haken in den Wänden. Er will nicht so viel glätten und reparieren, überstreichen müssen, wenn wir …wieder gehen. Er wollte hier nicht mal die Schränke aufhängen. ABER DIESE Schränke waren seine Wahl. Wäre es nach MIR gegangen, hätten wir noch die alte Schrankwand von früher. Da war wesentlich mehr Platz.

Tja, gesellig ist’s hier nicht. Auch nicht einladend. Besuch kommt ohnehin kaum jemand. Hätte auch keine Nerven für. Einladungen habe ich schon einige. Aber keine Lust dahin zu gehen.
Mal telefonieren mit lieben Freund-innen. Das ist okay. Oder auch bei fb schreiben. Im Blog natürlich noch viel lieber! Aber mehr,….doch eher nicht.
Das Einzige allerdings, was ich mir wünschte, wären drei, vier Frauen, die sich einmal wöchentlich treffen, um miteinander Karten zu spielen. DAS wäre gut und würde mir genügen und mich freuen.
Aber bisher, fand ich niemanden dafür. Gefragt habe ich Einige. Sie mochten nicht.

Das Tragischste ist derzeit, wie ich finde, wenn ich zum Haus meiner Eltern rüber gehe, wo ich aufgewachsen bin, und dann…….wieder gehen muss. Das ist immer wieder ein ganz eigenartiges Gefühl…….
Nach Neuhaus wollte ich eigentlich nicht wieder ziehen. Überhaupt wollte ich nicht mehr umziehen und unter diesem Aspekt, würde ich mich vielleicht sogar mit dieser Wohnung hier so pö a pö anfreunden können. (Wenn’s denn sein muss.) Nur sind da halt immer noch so einige Sachen……aber „perfekt“ ist’s wohl nirgendwo.
Liebe Grüße
Die Eule