13. Februar 2017

Abschluss und eine kleine Geschichte



Ich war noch nie ein Konsummensch gewesen. Ob das an der DDR liegt, weil es dort nicht viel Auswahl gab, kann ich nicht sagen. Aber ich denke nicht. Denn ich hatte auch DM, um zu kaufen.  Kaufte aber nicht einfach, sondern lernte zu kaufen.
Kaufen ging und gehe ich früher wie heute ganz gezielt.

Ich erinnere mich noch gut an eine Jeanshose in der DDR. Sie war keine richtige Jeans. Eher samtig-blau und sah zumindest so aus. Eng wie sonst was und Schlauchbeine. Um diese Hose zu kaufen, bin ich extra nach Saalfeld gefahren. Damals eine halbe Weltreise. Heute nur 20 Minuten mit dem Auto.
Mit dem festen Vorsatz, mir eine Hose auszusuchen ging ich los. Fand eine in einem Kaufhaus und nahm sie mit nach Hause. Ich hatte mich für diese Hose entschlossen. Nicht wirklich lange überlegt, weil es eh nicht viele Wahlmöglichkeiten gab. Aber die „Reise“ an sich, ist mir bis heute in guter Erinnerung.
Ich kauf‘ nicht leichtfertig ein. Überlege wohl. Stieg mit der Hose in die Badewanne, als sie dann bei mir zu Hause war. Trug sie, bis sie in Fetzen von mir hing und begrub sie dann.
Kein Scherz.

Und genau SO ist es mit allen (größeren) Dingen, die ich kaufe. Aber auch die Kleinen. Sonst kaufe ich sie nicht. Leichtfertig, nur des Konsumes wegen, kaufe ich nie. Deshalb glaube ich, dass mich so die Dinge finden, die mich finden sollen. Auch wenn ich anfangs vielleicht sogar dagegen bin. Oder monatelang überlege.

Da ich heute noch weniger Geld habe als früher, überlege ich mir wohl jede Investition. Daher hänge ich auch an meinen Sachen und es käme mir nicht in den Sinn, sie wieder leichtfertig zu ver-kaufen. So wie es heute aller Orts oberflächlicher Weise Sitte ist und viele tun, um Neues zu kaufen….im Rausch des Konsums. Nein. Das so was tue ich nicht.

Und ob Tarotkartenspiel, Buch oder Serie, ich hänge mich da immer voll rein.  Hat wohl auch was mit dem Schreiben zu tun. Denn nur gute Autoren wissen, wie emotional das ist. Wie tief man fühlen muss, um das Gefühlte zu beschreiben, was oft schwierig ist. Denn für die Gefühle, die wir haben, gibt es eindeutig zu wenig Worte. DAS habe ich schon lange festgestellt. Und um wirklich gut schreiben zu können, muss man tief fühlen. Die Bilder vor Augen sehen ist nicht genug.
So habe ich meine Fähigkeit kennengelernt, in die Tiefe der Dinge zu gehen. Auch oft, weil ich einfach nur „wissen“ will.
So war es vor vielen Jahren mit dem Voodoo. Den Orishas. Ich habe me madre Oshun leuchten sehen. Von ihr geträumt. So tief habe ich mich in die Materie gefressen……..
Genau das Gleiche mit dem Matriarchat.
Zu Beginn wusste ich gar nichts. Hatte nur mal den Namen gehört wie so viele Frauen. Dann kamen Diskussionen mit anderen Frauen, wo ich  bemerkte, wie wenig ich wusste. Aber es war nicht nur, dass ich mitreden wollte, Nein! Ich wollte „verstehen“!
So viele Irrungen, Wirrungen, Streits und Diskussionen begegneten mir auf dem Weg mit diesem Thema. Bücher, Wissen, Erzähltes. Aber ich wollte selber erfahren. Denn WIE kann ich über etwas sprechen, dass ich nicht gänzlich verstehe? Nicht erfahren habe? Wie kann ich mit anderen diskutieren, ohne zu wissen, wie sich matrifokale Verhältnisse überhaupt anfühlen? Gar nicht. Und da ich bedauerlicher Weise nun nicht in der Lage bin zu einem Ort zu reisen, wo es noch Matriarchate gibt, um dort zu leben, fresse ich mich eben wieder gnadenlos und beständig, beherzt und rigoros in die Materie hinein. Denn nur so war ich in der Lage, die Dinge aus der inneren Sicht eines Matriarchates heraus zu sehen. Zu fühlen, wie es ist, darin zu leben und aus den matrifokalen Verhältnissen heraus, mit meinen Augen, Hirn und Herz  hinaus zu sehen in die patriarchale Welt.
Genau SO gehe ich die Dinge an! Nicht anders.
Jemand anderes würde sagen: Ganz oder gar nicht.
Aber worauf will ich jetzt noch hinaus? 
Das ich das eben auch mit „ausgesuchten Filmen und Serien“ so mache. Deshalb sind es eher wenige, auf die ich mich einlasse. Allerdings geht es mir hier nicht so sehr um das Wissen. Sondern einfach nur darum, eine Zeit in einer anderen Welt zu verbringen.
Früher waren es Romane. Heute sind es Serien…..UND, selbstverständlich, meine „Rea-Welt“.

So bin ich nun auch zu einem Abschluss mit den „Sons“ gekommen.
Sehr emotional. Starker Tobak.  So zu sagen. Und ich weiß, trotz aller Gewalt des patriarchalen Schinkens, es war eine gute Wahl.
Jetzt brauche ich erst einmal eine kurze Erholungspause…..bevor es weiter geht, mit einer anderen Serie. Ich dachte da an „True Blood“, zum…..übzigsten Mal…..smile………….und immer wieder schön.



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