23. Februar 2017

Nur mal so, zur Erklärung..........



Donnerstag, den  23. Februarii et annos  2017 in Christiana

Fama en dies et Die mentis

Schon seit Tagen grüble ich darüber nach, ob ich darüber schreiben , oder lieber weiterhin meine Klappe halten soll. Aber genau darum existiert ja dieses Tagebuch, um meine Gedanken los zu werden. Ist ja sonst keiner da, dem ich was erzählen könnt‘, und ich will auch niemand damit belästigen. Wer’s hier nicht lesen möchte, kann einfach weiter ziehen.
Und bitte, diese Erklärung hier ist an NIEMANDEN persönlich gerichtet. Es ist nur immer wieder mal so, seitdem ich krank geworden bin, dass ich mich in einem Rechtfertigungszwang fühle und daher als "Erklärung" gedacht. Niemand muss sich angesprochen fühlen........auch wenn ich einige Anregungen der letzten Tage hier mit aufgegriffen habe.



Ich würde gerne nur mal ein konkretes Beispiel von meinem Tagesablauf liefern. Obwohl sich der, auch wenn ich zu Hause bin, keinen Tag gleicht. Da gibt es immer Nuancen, Einflüsse von außen, plus die Schichten vom Jörg und meine eigenen Befindlichkeiten.
Was ich eigentlich damit sagen will ist, dass niemand anderes meinen Körper spürt und infolgedessen mir schlecht raten kann, was das Beste für mich ist. Selbst ein Arzt kann und sollte hier eigentlich nur be-ratend tätig sein.
Aber zurück zum Beispiel und ich be-schrieb das schon ein paar Mal hier.
Also……was für halbwegs "Gesunde", oder mögen sie auch andere Krankheiten haben, gelten mag, gilt noch lange nicht für mich. Ich gehe ja auch nicht hin zu einem der im Rollstuhl sitzt und fordere ihn auf, steh auf und mach‘mal einen Hundertmeterlauf.
Klar sieht man’s mir nicht an, dass DAS, was andere in den Beinen haben und genau deshalb in einem Rollstuhl sitzen, bei mir eben in den Bauch- und Rückenmuskeln liegt. Und da habe ich noch riesiges Glück, dass es zum größten Teil  doch eher die linke, also nur eine Seite so arg betrifft. Die rechte muss alles wett Machen. Alles raus reißen. Alles halten, was die Linke nicht mehr kann. Deshalb vermag ich manchmal, an schlechten Tagen, nicht einmal lange aufrecht an einen Tisch zu sitzen. Da habe ich schon Schwierigkeiten. Aus diesem Grund, gehe ich auch nicht gerne weg. Und auch beim Laufen fällt es mir oft schwer, den Oberkörper gerade zu halten,…überhaupt zu halten. Da brennen mir nicht nur die Füße nach geraume Zeit des Laufens wie Feuer, nein, da verkrampft sich einfach alles, weil keine Kraft mehr da ist, um den Körper zu halten.
Daher habe ich gelernt, mir meine Kraft sehr gut einzuteilen. Prioritäten zu setzen. Das Wichtigste immer zuerst. Also bleibt das eher Unwichtige zumeist auf der Strecke……liegen. Und zwischendurch ist ausruhen angesagt. Und da bin ich im Augenblick noch viel besser dran, wie noch vor Jahren, wo ich mich nicht mal auf einem Autositz halten konnte, ohne hin- und her zu fliegen in den Kurven. Zu dieser Zeit konnte ich gerade mal eine Stunde aufrecht sein und die anschließenden vier waren zum absoluten still Liegen. Kann sich keiner vorstellen. Ich weiß. Aber dahingehend geht’s mir jetzt schon viel besser. Nur alles was mal an Problemen aufgetreten war, also Nerven, die kaputt gewesen waren, auch wenn sie sich mit der Zeit so halbwegs regenerierten, irgendwann kommt alles wieder mal zurück und man merkt’s.


Auch jetzt, seit einigen Monaten, geht’s mir schon wieder so, strengt mich der Tag zu sehr an, wird’s mir schlecht aus Überanstrengung. Auch wenn ich gar nicht viel mache.
Und wie bei mir das Fatigue aussieht, möchte ich an dieser Stelle auch gerne noch einmal beschreiben.
Manchmal geht es früh schon los und dreht. Also auch Schwindel. Nach den morgendlichen Übungen und dem Frühstück , setzte ich mich nicht NUR aus lauter Lust und Laune hin, um zu schreiben, nein. Ich muss zu dieser Zeit bereits das erste Mal ausruhen,….um dann weiter machen zu können.
Wenn ich wirklich frühmorgens einen Spaziergang machen würde, tja nun, dann würde erst mal alles andere auf der Strecke bleiben und ich müsste mich davon erholen. Bräüchte nichts anderes mehr zu tun. Brächte nichts mehr zu Stande.  Deshalb geht das nicht. Schließlich will ich ja auch noch was essen, welches ich mir zubereiten muss. Was für andere ein Leichtes ist, was so nebenher und mit Freude gemacht wird, ist es für mich eben nicht! Bewegung ist anstrengend. Aber ich mach’s ja trotz alledem so gut (und so viel) ich kann. Lass mich nicht gehen!
Und auch wenn man’s mir kaum glauben mag, nur die Pflege des eigenen Körpers, oder GERADE DIE, strengt mich mit am meisten an.
Und dann stelle man sich mal vor, dass ich mich eben noch verpflichtet fühle allen gerecht zu werden und sogar noch die Hausordnung, und die Wohnung, also sauber zu machen. Muss ja schließlich sein! Kann ja nicht dreckig bleiben. Gerade das nach vorne Beugen des Oberkörpers, egal welche Arbeit es betrifft, ist das Schwierigste für mich, eben WEIL ich mich nicht halten kann.
Aus diesem Grund würde ich mir auch niemals mehr ein Tier anschaffen, alldieweil ich mir Zwänge verringern und nicht noch aufbürden möchte. Ich komme doch an manchen Tagen kaum noch mit mir selber klar im Physischen. Wie könnte ich mich da noch um jemand anderen kümmern. Außerdem,……ich war, bin und werde nie ein Kümmerfrau sein. Davon  gibt es aber trotzdem viele. Wenn die Kinder aus dem Haus sind, brauchen sie Tiere, um die sie sich kümmern könne. Ich meine okay. Wer’s mag und kann, ist das selbstverständlich gut für die Tiere. Aber mal ehrlich, ganz früher haben die Tiere uns nicht gebraucht. Ich meine, bevor sie von Männern domestiziert  wurden, sowie Mann es auch dann mit den Frauen tat, eben weil sie sich ein Beispiel an den Tieren nahmen. Und nicht NUR, was die Domestizierung betrifft. 


Ach ja, Fatigque.
Ja, Mann gab dem einen Namen, wie allen anderen auch. Mir, dir, dem Tisch, dem Baum, dem Tee, dem Tier, dem Getreide….usw……
Im Allgemeinen gibt man einer Sache einen Namen, damit auch andere verstehen, was man meint. Eine Übereinkunft der Menschen so zu sagen, damit sie verbal kommunizieren können. Was ja auch nicht nötig wäre, hätten man uns die Telepathie nicht geraubt. Alles so gewollt. Ich weiß.
Der Name Müdigkeitssyndrom hat voll seine Berechtigung. Weil man nämlich so müde wird, dass man torkelt. Vor Wände rennt, als ob man besoffen wäre. Von der Übelkeit hatte ich es ja schon. Besonders zum Abend zu, beginnt der Spaß. In diesem Zustand wäre ich mitnichten fähig draußen rum zu laufen, weil ich mich so derart konzentrieren muss ein Bein vor das andere zu setzen, dass es in einer Quälerei ausartet und sogar gefährlich wäre. Und an schlechten Tagen, beginnt das schon am Morgen. Kommt auch tatsächlich oft auf die Witterung an.
Deshalb bleibe ich auch lieber zu Hause. Weil alles weg Gehen, Termine so wie so, in Stress ausartet und zur echten Tortur werden. Auch Ausflüge, wo auch immer hin, sind in diesem Sinne kein wirkliches Vergnügen.......mehr. Daher lasse ich auch das zumeist und wenn ich's vermeiden kann. Ist halt so.



Ach ja, der Tagesablauf.
Ausschlafen ist so zu sagen Pflicht. Alles andere würde nur dazu führen, dass ich schon mittags wieder platt bin.
Wie gesagt, so oft wie ich’s kann, mache ich früh meine Übungen (damit ich nicht ganz einroste).
Zähne spülen mit Kokosöl, Tropfen nehmen, lüften, im Winter Handtücher wechseln, Fenster abwischen, Betten machen etc. Der Hirsebrei mit allem Drum und Dran, samt Tee oder Kaffee machen, dauert eine dreiviertel Stunde. Dann essen. So, und dann bin ich in der Regel, an den meisten Tagen das erste mal k.o. Zumeist kann ich mich dann wenigstens noch an den Computer setzen und schreiben. Deshalb mach‘ ich das zu dieser Zeit,…wenn’s geht. Denn früh’s ist das Gehirn noch frisch. Schreibe ich abends oder nachts, und auch wenn man’s nicht glaubt, begreife ich kaum mehr, was ich da in die Tasten tippe und ich mache auch immer mehr Fehler dabei.
Zwischendurch, besonders morgens, klingelt’s öfter mal an der Tür. Nebenher läuft oft die Waschmaschine und/oder der Spülautomat, die be- und entfüllt werden wollen. 


Meist so nach zwölf mach‘ ich mir was zu essen. Seitdem mir der Vegi-Versand frische Sachen liefert, koche ich ja auch wieder.  Ist anstrengend für mich! Nach dem Kochen und Essen ist ausruhen angesagt. Da geht’s oft nicht mal mehr an den PC. Sondern nur noch in den Sessel. Beine hoch…..und vor allen den Oberkörper anlehnen, wenn alles krampft. So wie so ist da, wie schon einige Male beschrieben, ein permanenter Krampf an der linken Seite bei den Rippen. Der geht seit über fünf Jahren nicht mehr weg. Es ist, als ob ein Stein drauf liegt. Oder eingeklemmt in einem Korsett. So fühlt sich das an. Aber es ist ja nicht NUR der Krampf, sondern auch die fehlende Kraft an dieser Stelle, die den Oberkörper hält.
Aber weiter im Tag. 
Nach dem Ausruhen dann noch, beispielweise Wäsche aufhängen, sauber machen, oder eben duschen. UND !!! geht hier nicht. Sondern NUR ODER!!!! Das heißt, nur EINS!!! Körperpflege inbegriffen. Denn gerade DIE strengt mich am meisten an.
Zum Abend zu zählt dann oft jeder Handgriff. Da überlege ich mir schon, wenn ich beispielsweise schon den Hausputz hinter mir habe, ob es überhaupt noch geht, mir einen Kaffee zu machen. Bleibt dann oft aus. Geht einfach nicht mehr. Da bin ich froh, wenn ich dann noch mein Abendbrot richte. Dann bin ich zumeist so fertig, physisch und im Hirn, dass ich nur noch fernsehen, also DVD schauen kann. Schluss aus!Lesen ginge in dem Zustand nicht....mehr. Wäre auch nur früh's oder noch am Nachmittag möglich.
Mit der aller letzenden Kraft noch mein Gesundheitstee und dann Zähne putzen….Bett………Zu dieser Zeit ist mein Gehirn bereits Matsch. Und wenn der Körper liegt, bin ich dann auch gleich weg. Zumeist…….


So, aber jetzt genug davon.
Ich habe halt nur keine Lust, mich ständig darüber zu unterhalten, wie’s mir wirklich geht. Ich bin keine, die sich ständig darüber beklagt. Ich lasse es nur manchmal anklingen als „Rechtfertigung“.  Hoffe, dass es dann verstanden wird. Und wenn nicht, dann wenigstens geglaubt.
Es ist halt wie es ist und ich muss damit irgendwie zurechtkommen. Punkt. Klagen hilft da nicht. Und ich denke doch eher über Verbesserungen nach. Positives Denken. Imagination (Quantenphysik!) und auch Nahrungsergänzung. Sonst wäre ich nicht so weit, wie ich heute bin.  Was nicht bedeutet, dass ich mir STÄNDIG nur Gedanken DARÜBER mache. Nein. Sicher nicht. DAS wäre auch wieder falsch. Ich mach‘ halt,……was ich kann und was ich denke, aus der Erfahung heraus, was gut für mich ist. Selbstredend sind Tipps zur Verbesserung immer gern gesehen. 
Danke. 

Nachtrag: 
.....und es ist ja nicht NUR "geduscht".  Ich muss vor- und nachbereiten. Das heißt sauber machen. Auch hier zählt jeder Handgriff. Denn jeder Handgriff kostet Kraft. Wer so was noch nicht erlebt hat, kann das schwer nachvollziehen. Ich weiß.  (Wenn der Jörg beispielsweise von der Arbeit kommt, geht er rein, duscht und geht wieder raus. Viel mehr kann ich da auch nicht von ihm verlangen. Den Rest mache ich.) Das Abtrocknen und Cremen kostet mich die meiste Kraft. Cremen tue ich oft erst später am Tag oder am Nächsten. 
.....und wenn alles zu verkrampft ist, da wo das Zwerchfell sitzt, an den Rippen zum Beispiel, fällt das Atmen schwer. Bei jedem tiefen Atemzug knackt der angespannte Muskel und es schnürt mir die Luft ab. Da denkst du, es reißt dich auseinander UND DAS halte mal 5 Jahre lang aus........ 

Nachtrag nach dem Nachtrag:
.....und oft bekomme ich die Arme schlecht nach oben, weil kaum Kraft da ist.
.....und wenn ich drei, vier Kartoffeln schäle, verkrampfen mir die Hände. 
.....und die Handflächen sind ähnlich wie die Füße, was das Brennen angeht. Manchmal klirren sie, als hätte man die Handflächen permanent gegeneinander geschlagen, wie wenn man in die Hände klatscht. So ein Gefühl.......  

Kommentare:

carnam ilinga hat gesagt…

Mann o Mann! Ich war durch eine Nierenbeckenentzündung vor einigen Jahren für ein paar Monate eingeschränkt (bei mir war es rechts) und ohne starke Schmerzmittel ging gar nichts. Die paar Monate haben mir gereicht. Sich dann vorzustellen, dass du das Jahre lang durchmachst, damit zu leben gelernt hast und dann dennoch das Bedürfnis hast dich zu rechtfertigen... Himmel, das zeigt doch, dass es in unserer Gesellschaft nur noch darum geht, dass Mensch funktioniert und Leistung erbringt. Das ist einfach nur traurig.

Liebe Grüße!

Grey Owl Calluna hat gesagt…

Die Menschen in unserer Gesellschaft kennen das nicht anders. Man hat „normal“ zu sein! Deshalb laufe ich auch gerade und aufrecht, wenn ich draußen bin. Ansonsten gehe ich nicht raus. Tue so, als wäre ich bärenstark. Muss ja nicht jeder gleich sehen und wissen, dass ich eigentlich verletzlich bin.
Ja. So weit ist es schon mit uns……….
Krank,….nicht wahr?
Ich weiß………….

Funktionieren muss ich zum Glück nur noch zu Haus. Aber auch das genügt mir schon.
Liebe Grüße…..